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14.06.2019|Das Sulzbacher Standesamt soll nach Bad Soden verlagert werden

Wir wollen unser Standesamt behalten

In der Sitzung der Gemeindevertretung am 13. Juni stand die Verlagerung des Sulzbacher Standesamtes nach Bad Soden auf der Tagesordnung. Die SPD-Fraktion protestierte dagegen heftig und verlangte, dass das Sulzbacher Standesamt weiterhin in Sulzbach erhalten bleiben soll.

Der Gemeindevertreter Dr. Marc Blecking begründete dies in seiner Rede:

"Und wieder einmal heißt es in Sulzbach: Standesamt weg… alles wird gut…!

Aber an den Tatsachen hat sich seit dem ersten Vorstoß vor acht Jahren nichts geändert. Durch die Standesamtsumlage bleiben sowohl die Personalkosten als auch die Sachkosten (Software) bei der Gemeinde Sulzbach. Eine wirklich große Kosteneinsparung ist damit wahrlich nicht zu erreichen. In der Vorlage werden geschätzte Kosteneinsparungen von 15.000 € / Jahr angegeben. Wenn das überhaupt wirklich die realistische Kosteneinsparung darstellen sollte…

Das ist ungefähr das 3,5-fache, was am 1. Mai 2019 die Großleinwand am Großen Dalles zur Fernsehübertragung des Radrennens „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ gekostet hat. Das macht, glaube ich, deutlich, welche Bedeutung die finanzielle Einsparung durch die Aufgabe unseres Standesamtes mit Blick auf den gesamten Haushalt der Gemeinde in Wirklichkeit ausmacht. Herr Rolf Bär hat dies in seinem Leserbrief im Sulzbacher Anzeiger vom 7. Juni 2019 ganz richtig mit „Peanuts“ bezeichnet.

Und für diesen Betrag wollen wir wirklich ein Stück der Selbstständigkeit und Freiheit Sulzbachs, für die lange und intensiv gekämpft wurde, an die Nachbargemeinde übertragen und einen vielgeschätzten Servicebereich aus dem Sulzbacher Rathaus verbannen? Nein, wir wollen unser Standesamt behalten! Wir wollen eine selbstständige Kommune bleiben!

Durch die Beibehaltung eines eigenen Standesamtes wird auch viel kommunale Eigenständigkeit gelebt. Die Verbundenheit mit der Heimatgemeinde und der Stolz auf die Eigenständigkeit werden von vielen Personen auch damit begründet, dort zu heiraten, wo sich der Lebensmittelpunkt befindet.

Dass die Anzahl an Trauungen in unserem Trauzimmer hier am Frankfurter Hof abnehmen wird, ist zu befürchten. So zeigt es beispielhaft, wenn auch nicht wirklich vergleichbar, unsere Nachbarstadt Schwalbach. Sofern tatsächlich einige (wenige?) Trauungen in Sulzbach stattfinden würden, müsste dafür auch weiterhin das schöne Trauzimmer vorgehalten werden. Ob es genutzt wird oder nicht. Inwieweit dies dann noch in einem angemessenen Kosten/Nutzen Verhältnis zueinander stehen würde ist und bleibt fraglich. Ist es dann nicht schon der erste Schritt zu einem Ende mit Trauungen an diesem schönen Ort? Unserer Meinung nach wird so der Grundstein für die Schleifung unseres Trauzimmers gelegt.

Bei den vergangenen Vorstößen zur Bildung eines gemeinsamen Standesamtsbezirks mit unserer Nachbarstadt, bestand immer großes Einvernehmen darin, dass unser Standesamt in unser Rathaus gehört.

Dazu sagte auch einer unserer Gemeindevertreter, nachdem seine Tochter ein Jahr zuvor in Sulzbach geheiratet hatte, dem Höchster Kreisblatt, und das Zitat ist nun nahezu auf den Tag genau fünf Jahre alt (10.06.2014): Ich zitiere Herrn Sydow (FDP): „Das ist ein intimer Akt. Da geht man nicht woanders hin, um sich einen Stempel abzuholen. Da sucht man jemanden Bekanntes, Vertrautes.“

Heute klingt das dann schon wieder ganz anders. Ich zitiere aus dem Höchster Kreisblatt von vor wenigen Tagen (8.6.2019): den gleichen Gemeindevertreter, Herrn Sydow (FDP): „Als ich vor 40 Jahren geheiratet habe, war nicht wichtig, welcher Ort auf der Urkunde steht sondern der Name meiner Frau.“

So schnell kann sich das also ändern.

Bei allen Überlegungen zur Kosteneinsparung, die wie bereits erwähnt, nicht beachtlich sind, ist eines immer zu kurz gekommen. Niemand hat bisher die Beschwerden über oft lange Wartezeiten und ausgebuchte Termine in Bad Soden erwähnt. Mit unserem eigenen Standesamt haben wir die Qualität und den Service selbst in der Hand!

Ein Schwalbacher Ehepaar, das in Sulzbach geheiratet hat, sagte über die Gründe: In Sulzbach stimmt alles. Einmal der Frankfurter Hof mit einer Atmosphäre zum Wohlfühlen und die freundlichen und hilfsbereiten Standesbeamten. Wir hatten eine sehr persönliche Hochzeit und keine vom Fließband.

Schade, wenn das in Zukunft keiner mehr sagen könnte…

Nach Meinung der SPD-Fraktion kann und sollte sich eine stolze und eigenständige Gemeinde, wie Sulzbach es ist, ein eigenes Standesamt leisten können und wollen. Aus diesem Grund ist auch dieses Mal keine Zustimmung der SPD-Fraktion zum vorliegenden Antrag zu erwarten."

 

Trotz dieser Begründung wurde die Verlegung des Standesamtes nach Bad Soden von CDU, Grünen, FDP, Freien Wählern und Pro Sulzbach beschlossen.

 

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