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06.06.2017|Pressemitteilung der Bundestagskandidatin

Verdeckte Armut auch bei uns – Besonders bei Kindern, Alleinerziehenden und älteren Menschen

Gibt es Armut im reichen Main-Taunus und Hochtaunus? Und wenn ja, was kann man dagegen tun? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Sozialkonferenz, die die AWO Main-Taunus, der Paritätische Wohlfahrtsverband Hessen und die SPD Bundestagskandidatin Dr. Ilja-Kristin Seewald gemeinsam organisiert hatten. Die Veranstaltung brachte erschreckende Zahlen zutage: In den zwei Landkreisen leben rund 7000 Kinder in Armut. Die Zahl der Bedürftigen wächst.

 

Um Antworten rangen auf der Sozialkonferenz der bekannte Sozialethiker Friedhelm Hengsbach, Christian Woltering, der Verfassers des Berichts zur Armutsentwicklung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, und Felix Blaser, der den Armutsbericht zum Hochtaunuskreis erarbeitet hat.

Ilja-Kristin Seewald forderte, Wege und Lösungen zu finden, um allen Menschen eine Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Perspektiven für Aufstieg und Teilhabe am Wohlstand seien längst nicht mehr für alle vorhanden.:„Quer durch die Gesellschaft gibt es Verunsicherung, der wir uns annehmen müssen, und die wir nicht den Populisten überlassen dürfen. Nicht nur Arbeitslose, sondern auch Alleinerziehende, niedrig Qualifizierte und Menschen mit Migrationshintergrund sind vom Armutsrisiko betroffen.“ Professor Friedhelm Hengsbach machte die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und die Verschlechterungen bei der gesetzlichen Rente als wesentliche Ursachen für die Zunahme von Armut aus. „In der untersten Schicht häuft sich überhaupt kein Vermögen an, dort gibt es nur Schulden“, belegte Christian Woltering vom Paritätischen Wohlfahrtsverband eindrucksvoll. 
 

Zukunftschancen hängen vom Elternhaus ab

Wie es konkret in den beiden Landkreisen Main-Taunus und Hochtaunus aussieht, belegte Felix Blaser mit Zahlen. Im Main-Taunus-Kreis leben etwa 3500 Kinder von Hartz IV, armutsgefährdet sind aber über 5000, das heißt viele Kinder von Geringverdienern, Alleinerziehenden sowie aus kinderreichen Familien. Im Hochtaunus sind es in etwa gleich viele. In ganz Deutschland sind zwei Millionen Kinder armutsgefährdet oder leben in Armut, weil kein Elternteil erwerbstätig ist oder ein Alleinverdiener nur in Teilzeit arbeitet. Der soziale Status wird wieder vererbt, die Zukunftschancen eines Kindes hängen vor allem vom Status der Eltern ab.


Armutsgefährdete Kinder gehen seltener in Krippen und Kindergärten und hinken bereits bei der Einschulung ihren Schulkameraden deutlich hinterher. Diesen Startnachteil holen sie nur selten auf. Sie haben im Schnitt schlechtere Noten, niedrigere Abschlüsse und insgesamt eine schlechtere Ausbildung – viele beenden die Schule ohne Abschluss, weniger machen Abitur oder studieren. Darüber hinaus sind sie generell sozial schlechter integriert und viel seltener in Sport- oder sonstigen Vereinen engagiert.

 

Günstiger Wohnraum und Teilhabepass

Armut verbreitet sich in den beiden Landkreisen aber nicht nur bei Kindern und Jugendlichen. Die Zahl der Empfänger staatlicher Hilfeleistungen ist seit 2010 um 20 Prozent im Hochtaunuskreis und um 15 Prozent im Main-Taunus-Kreis gestiegen. Diesen traurigen Befund muss man aber nicht tatenlos hinnehmen, das war die einhellige Meinung der Experten. Sie forderten eine Anhebung der Grundsicherung und des Mindestlohns. Auch eine Erhöhung des Bildungs- und Teilhabepakets für benachteiligte Kinder würde vieles verbessern. Konkrete Forderungen formulierte Felix Blaser: Für ihn hat die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum Priorität. Die Einführung eines Teilhabepasses für die Landkreise würde ärmeren Bürgern die Nutzung des Personennahverkehrs, von Sportstätten und Kulturangeboten ermöglichen.

 

„Zu viel Ungleichheit wirkt sich negativ auf das Wirtschaftswachstum aus und zerfrisst den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, resümierte Ilja-Kristin Seewald. „Menschen mit niedrigeren Einkommen konsumieren mehr als zu sparen. Höhere Ungleichheit sorgt für schlechtere Bildung: Es entstehen Nachteile für die gesamte Gesellschaft, der verstärkt Arbeitskräfte fehlen. Es sei ihr ein dringendes Anliegen, gemeinsam eine soziale Agenda für unseren Kreis aufzustellen. Es geht darum, die soziale Infrastruktur auszubauen und die Situation der Menschen nachhaltig zu verbessern.

 

Bildunterzeile: Die Teilnehmer der Sozialkonferenz (v.l. Christian Woltering (Der Paritätische), Bundestagskandidatin Dr. Ilja-Kristin Seewald, Michael Zimmermann-Freitag (Der Paritätische Hessen), Claudia Ludwig (Moderation), Dr. Felix Blaser (Verfasser des Armuts- und Reichtumsberichts Hochtaunus.
Foto: Helmerich

 

 

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