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10.03.2017|SPD-Kreistagsfraktion (Pressemitteilung)

Umbenennung sorgt für Bestürzung: Ehrung für Widerstandskämpfer im Kreishaus entfernt

SPD-Kreistagsfraktion fordert Rücknahme der Umbenennung des Raums Peter Nida - Als die sozialdemokratischen Kreistagsabgeordneten nach der Weihnachtspause ihren angestammten Besprechungsraum im Kreishaus betraten, war die Bestürzung groß: Der bislang nach dem Widerstandskämpfer Peter Nida benannte Raum war überraschend in "Raum Bad Soden" umbenannt worden, der Name Peter Nidas ersatzlos getilgt. "Die Rücknahme der Benennung des Raumes nach Peter Nida ist ein Skandal und kommt einer Entehrung seiner Person gleich", empört sich Michael Antenbrink, Vorsitzender der SPD Main-Taunus.

 

 

„Wir appellieren weiterhin an Landrat Michael Cyriax, die unnötige und beschämende Umbenennung schnellstens rückgängig zu machen," äußert sich Harald Schindler, stellv. Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion und erklärt: „Die Benennung erfolgte im März 2005 im Einverständnis mit der Kreisverwaltung zum 60. Todestag zu Ehren von Peter Nida, der als einziger Widerstandskämpfer aus dem Main-Taunus-Kreis in einem Konzentrationslager ermordet wurde. Es gibt keinen nachvollziehbaren Anlass, diese zurückzunehmen." Auch die anderen Fraktionen und der damalige Landrat hätten die Benennung in den zurückliegenden Wahlperioden begrüßt.
„Als Widerstandskämpfer bezahlte der Hattersheimer Sozialdemokrat Peter Nida seinen Einsatz gegen die nationalsozialistische Unrechtsherrschaft mit seinem Leben. In seinem Einstehen für eine demokratische Gesellschaft sollte er auch für alle heute politisch Verantwortlichen im Kreis ein Vorbild sein", betont Julia Ostrowicki, stellv. Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion und setzt auf die Unterstützung der anderen demokratischen Fraktionen im Kreistag in dieser Frage. Ihr pflichtet Landratskandidat Georg Einhaus bei: „Gerade in Zeiten, in denen auch bei uns im Kreis rechte Stimmungsmacher mit plumpen Hassparolen auf Stimmenfang gehen, sendet diese unverständliche und unnötige Umbenennung - wenn auch unbeabsichtigt - ein völlig falsches Signal." Und verweist auf die Rede des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier zur Eröffnung der bundesweiten "Woche der Brüderlichkeit" in der Frankfurter Paulskirche am vergangenen Sonntag: Darin habe dieser zur Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus - mit Hinweis auf Politiker, die die sogar aus den Parlamenten heraus die Erinnerungskultur diffamieren wollten - gesagt: „Sich nicht zu erinnern, das wäre eine Schande. Sich zu erinnern, das ist keine Schande, sondern die Pflicht.“
Doch in Gesprächen mit dem derzeitigen Landrat Cyriax bot dieser keine annehmbare Lösung an. Daher fordern die Sozialdemokraten in ihrem Antrag für die Kreistagssitzung am 27.03.17 die Rückbenennung des Raumes. Alternativ könne auch ein anderer, gleichwertiger Besprechungsraum im parlamentarischen Bereich des Kreishauses nach Peter Nida benannt werden. Den Verzicht auf eine angemessene Ehrung des Widerstandskämpfers könnten sie aber nicht akzeptieren, betonen die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion.

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Michael Antenbrink

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