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20.10.2019|Pressemitteilung der SPD Hattersheim

Nutzung der Abwärme aus Rechenzentren

Mit großem Interesse verfolgen wir die politischen Diskussionen im Kreis und in Nachbarkommunen. So will die Linke im Main-Taunus-Kreis einen Antrag zu Fernwärmenetzen im Kreistag stellen. Und auch in Frankfurt Griesheim beschäftigen sich die Grünen mit der Abwärme von Rechenzentren.

Der Klimawandel ist in den kommunalpolitischen Diskussionen angekommen. Nur in Hattersheim als direkt betroffene Kommune ist er offenbar kein Thema.

Bereits im April 2018 hat die SPD Hattersheim mit einem Antrag den Magistrat aufgefordert, gemeinsam mit dem Unternehmen e-Shelter zu prüfen, ob die im neuen Rechenzentrum entstehende Abwärme zur Versorgung nahegelegener Wohnviertel mit Fernwärme genutzt werden kann. Im Ausschuss wurde damals vom 1. Stadtrat die Auskunft erteilt, man sei schon in Gesprächen mit E-Shelter. Also verblieb der SPD-Antrag im Ausschuss. Doch passiert ist bedauerlicherweise bisher nichts.

Nach E-Shelter mit einem Verbrauch von ca. 60.000 KW hat mit Digital Reality und einem Verbrauch von ca. 84.000 KW der zweite Betreiber eines Rechenzentrums auf Hattersheimer Gebiet angekündigt. Das begrüßen wir ausdrücklich, wird damit doch der wirtschaftliche Strukturwandel in Hattersheim fortgesetzt.

Beide Rechenzentren werden annähernd dreimal soviel Strom verbrauchen wie die gesamte Stadt Hattersheim. Bei angenommenen 2000 Vollbenutzungsstunden (das ist ein Viertel der Jahresstunden) ergibt sich ein Energiebedarf von 288.000 MWh. Dies entspricht knapp 155.000 t/CO2 pro Jahr zusätzlich.

Die elektrische Energie wird in den Computern zu Wärme umgesetzt und muss vollständig abgeführt werden. Die entstehende Abwärme stellt damit die größte Emission für Hattersheim dar und sollte nicht einfach über die Luft rückgekühlt werden. Denn dies führt nicht nur zur weiteren Erwärmung unserer Luft, sondern ist auch vor dem Hintergrund der Energieeffizienz eine Umweltsünde.

Wir wissen, dass die Nutzung von industrieller Abwärme nicht einfach ist, bei Neubauten in räumlicher Nähe noch am besten realisierbar. Doch genau dabei hat Hattersheim versagt. Das Öhlmühlengelände hätte angeschlossen werden können. Stattdessen wird das neue Wohngebiet mit Erdgas versorgt und führt damit zum weiteren Anstieg des CO2-Ausstoßes in Hattersheim.

Wir stellen fest, dass Freiwilligkeit und vollmundig gepriesene "Gespräche" nicht zum Ziel führen, klimaschonend Industrie und Lebenswelt der Bürgerinnen und Bürger Hattersheims miteinander zu vereinen. Deshalb hat die SPD Hattersheim im August 2019 für ihren Antrag zur Erstellung einer "Konzeption zur Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren" geworben.

Bedauerlicherweise wurde der Antrag mit den Stimmen der Regierungskoalition aus CDU, FDP und FWG unter fadenscheinigen Begründungen abgelehnt.

Wieder eine Chance vertan. Die SPD Hattersheim hält es für eine große und vermeidbare Umweltsünde, die Abwärme so großer Anlagen ohne sinnvolle Nutzung einfach in die Luft zu blasen.

MTK aktuell

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20.11.2019 | Hattersheim-Eddersheim
Stammtisch der SPD Hattersheim
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21.11.2019 | Eschborn
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Unterbezirksvorstandssitzung
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