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23.06.2018|Jusos Kelkheim (Pressemitteilung)

„Nehmen sie endlich das wahre Leben zur Kenntnis, Herr Kündiger!“

Überfüllte Züge in den Stoßzeiten – Jusos Kelkheim kritisieren unzureichende Bemühungen des Kelkheimer Bürgermeisters bei der K-Bahn: „Da hilft keine Presseshow des Bürgermeisters vor Ort in den ruhigen Mittagsstunden oder Unterschriftenaktionen seiner UKW, die wohl kaschieren sollen, dass ihr eigener Mann im Rathaus keine Lösung findet oder sucht.“

Im Februar hat die SPD-Fraktion auf Initiative der Jusos Kelkheim, der Nachwuchsorganisation der SPD, einen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht, um einen 15-Minuten-Takt der sogenannten „K-Bahn“ und ein Ende der Kurzzüge im Berufsverkehr zu erreichen. Zudem fordern die Jusos eine bessere Bahnverbindung am Sonntag, wo die Züge derzeit nur stündlich verkehren. Dazu soll der Magistrat mit den Nachbargemeinden Königstein und Liederbach gemeinsam gegenüber MTV, RMV und HLB auftreten, um eine Verbesserung des Zugverkehrs zu erreichen.

Seit dem Antrag der SPD-Fraktion, der im Februar einstimmig durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde, sind nunmehr vier Monate vergangen. In den letzten vier Monaten hat sich die Situation weiter zugespitzt. Es fahren mehr Kurzzüge denn je. Ein einzelner Waggon morgens zu den Stoßzeiten wie etwa um 8:14 Uhr in Richtung Frankfurt ist leider keine Seltenheit. Abends im Berufsverkehr, etwa um 18:47 Uhr oder um 19:17 Uhr ab Frankfurt Hauptbahnhof, ist sogar regulär nur ein einziger Waggon eingesetzt. Seitens des RMV heißt es, es würden wenige Beschwerden über die Situation eingehen. Angesichts zahlreicher Bürger, die von ihren Beschwerden und den unzureichenden Antworten berichten, kann man dem kaum Glauben schenken, meinen die Jusos.

Zudem wird vorgebracht, zu den Hauptverkehrszeiten seien schon alle verfügbaren Fahrzeuge im Einsatz. Es kämen Engpässe hinzu, weil Fahrzeuge turnusmäßig in die Werkstatt müssten. Ein weiterer Grund seien die Bauarbeiten auf den Strecken rund um Frankfurt. Diese „Argumente“ sollen nach Ansicht der Jusos die Situation offenbar eher beschönigen und als kurzfristigen Sonderfall darstellen.

Die Baustellen rund um Frankfurt haben nichts damit zu tun, ob die Hessische Landesbahn (HLB) zur gleichen Tageszeit in Richtung Königstein drei Waggons und in Richtung Frankfurt nur einen Waggon fahren lässt. Tatsächlich ist der „Engpass“ auf eine unzureichende Ausstattung bei der HLB zurückzuführen, die die Fahrgäste seit Jahren in veralteten Fahrzeugen bei Innentemperaturen von über 30 Grad Celsius schwitzen oder gleich stehen lässt, wenn das einzige eingesetzte Fahrzeug wieder mal völlig überfüllt ist. So konnten etwa am 30.05.2018 um 8:14 Uhr bereits ab Liederbach in Richtung Frankfurt keine Fahrgäste mehr zusteigen. „Wer sich morgens auf dem Weg zur Arbeit oder in die Uni schon wie eine Sardine in der Dose fühlen möchte, sollte mal zwischen 7 und 9 Uhr mit der HLB Richtung Frankfurt fahren“, merkt Katrin Wagner, Juso-Vorsitzende in Kelkheim und selbst regelmäßige Nutzerin der K-Bahn, an. Es müssten dringende zusätzliche Fahrzeuge, wenn möglich sogar solche mit einer Klimaanlage, angeschafft bzw. auf dieser Strecke eingesetzt werden.

Dabei wird gerne seitens der HLB ins Feld geführt, dass ab 2022 eine neue Vergabe der Strecke ansteht und deshalb bis dahin keine neuen Fahrzeuge angeschafft werden.

Hier handele es sich aber um reine Hinhaltetaktik, argwöhnen die Jusos. Gerne werde „vergessen“, dass die HLB weitere Strecken in Mittelhessen bedient, auf denen sie ihre Fahrzeuge auch in Zukunft einsetzen kann und wird. Es hänge daher einzig und allein von den handelnden politischen Akteuren und deren Willen ab, die Situation im Interesse aller Kelkheimer, Liederbacher und Königsteiner Fahrgäste zu verbessern.

„Als Fahrgast fühlt man sich gelinde gesagt verhöhnt, wenn die Bürgermeister von Kelkheim, Königstein und Liederbach Freitags um 13 Uhr pressewirksam mit der Bahn fahren, während sie morgens oder abends im Berufsverkehr das wahre Leben in einem Zug der HLB erleben könnten“, gibt die Juso-Vorsitzende Katrin Wagner dem Bürgermeister und dem Magistrat mit auf den Weg.

Man darf gespannt sein, welche Bemühungen der Magistrat um Bürgermeister Kündiger in seinem Bericht, der nach dem einstimmig beschlossenen Antrag im August 2018 erstellt werden muss, darlegen kann. Jedenfalls ist mehr denn je an Bürgermeister und Magistrat zu appellieren, die Möglichkeiten durch Vertreter in den Gremien von RMV und MTV zu nutzen, statt auf Unterschriftenaktionen aus den Reihen der UKW zu vertrauen, meinen die Jusos.

„Wir freuen uns als Kelkheimer Jusos, die das Thema Bahnverkehr schon seit 2011 regelmäßig durch Anträge in Erinnerung rufen, dass andere Fraktionen durch den Antrag der SPD aus dem Februar dieses Jahres nun auch auf das Thema Bahnverkehr aufmerksam geworden sind“, sieht Wagner das Positive an der Entwicklung.

Da nicht abzusehen ist, ob der politische Wille, den die Stadtverordnetenversammlung mit ihrem Beschluss aus dem Februar angedeutet hat, stark genug ist, um wirklich etwas zu verändern, bleibe den Jusos derzeit nur eine Möglichkeit: „Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich an der Online Petition, die durch Wolfgang Coy ins Leben gerufen wurde, zu beteiligen.“

 

 

Katrin Wagner

Das von der Bürgerinitiative bemängelte ´Missverhältnis im Argumentationskatalog´ sieht man auch bei den Sozialdemokraten kritisch. „Wo möglich, setze ich mich gerne für eine Erhöhung der Transparenz der Argumente ein“, bietet der Sozialdemokrat in diesem Punkt Unterstützung an. Gleiche Argumentationstiefe muss ein Kernanliegen in demokratischen Prozessen sein, unterstreicht er.
„In Sachen Kosten kann ich nur die Aussagen unserer SPD-Fraktion unterstützen“, kommentiert der Debus abschließend. Zwar gäbe es offenbar Schwankungen in den Schätzungen der Gesamtkosten für eine Lösung in der Feldbergstraße, jedoch bestehen ähnliche Unsicherheiten auch an dem jetzigen Museumsstandort. Zudem wären diese bei einem Mischkonzept mit einem Anteil Kulturzentrum eine Investition für unsere Stadt.

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