AKTUELLES

09.10.2017|Mitteilung des Vorsitzenden der SPD Hattersheim Thomas Abicht

Nachlese zur Bundestagswahl

Zuerst möchte ich den vielen Helfern und Unterstützern unserer SPD danken. Ihr habt wieder mit viel Engagement nicht nur für unsere Partei, sondern auch um unsere Demokratie gekämpft. Auch wenn das Ergebnis für uns Sozialdemokraten nicht den erhofften Erfolg gebracht hat, so können wir doch zumindest feststellen, dass in 2017 die Wahlbeteiligung gestiegen ist. Trotz der Stimmenverluste , immerhin 248 Stimmen in Hattersheim , so ist das Ergebnis in unserer Gemeinde weiterhin über dem Gesamtergebnis der SPD im Main Taunus Kreis. Ein schwacher Trost angesichts der neuen Herausforderungen, die wir im Bund erwarten.

Wir haben nun einen Bundestag mit 6 Parteien. Damit müssen wir uns in den demokratischen und etablierten Parteien die Frage stellen, was hat so viele Menschen bewegt , uns die rote Karte zu zeigen und diese neue Bewegung zu wählen ? Ich denke, es ist nicht das Programm gewesen, dafür ist diese neue Partei im Bundestag viel zu zerstritten, sondern es waren zu einem wesentlichen Teil auch Versäumnisse der etablierten Parteien und damit auch von uns.

Die Gesellschaft spaltet sich immer stärker. Der vorhandene wirtschaftliche Wohlstand verteilt sich immer ungleichmäßiger in unserer Bevölkerung. Regelmäßig lesen wir die Veröffentlichungen, nach denen das Vermögen sich in der Summe weiterhin erhöht aber gleichzeitig auf immer weniger Menschen verteilt wird. Neben dieser Konzentrierung des Vermögens verschieben sich aber auch die Einkommensverhältnisse. Einige wenige konnten in den vergangenen Jahren enorme Gehaltszuwächse verzeichnen, während gleichzeitig  die Zahl derer, die mehrere Arbeitsstellen parallel benötigen, um überhaupt über die Runden zu kommen,  zunimmt. Doch auch dies ist nur ein Ausschnitt aus der Arbeitsrealität von heute. Insbesondere die jungen Menschen, die doch immer wieder als unsere Zukunft bezeichnet werden, finden sich nach ihrer Ausbildung in befristeten Arbeitsverhältnissen wieder. Diese Befristungen erschweren es den Berufsanfängern natürlich enorm ihre Zukunft verlässlich zu planen. Versetzen Sie sich doch einmal gedanklich in eine solche Lage. Sie bekommen regelmäßig ihr Geld und bringen dafür auch eine entsprechende Leistung. Dennoch wissen Sie, dass dieser Zustand befristet ist. Was Sie nicht wissen ist, ob nicht zum Ablauf Ihrer Befristung ein anderer die gleiche Leistung zu einem niedrigeren Preis anbietet. Sollte dieser Fall eintreten, bekommen Sie einfach keine Verlängerung Ihres Vertrages mehr. Und nun planen Sie einmal Ihre Zukunft.

Schauen wir einmal in die Zeit des Ruhestandes. Das Rentenniveau ist kontinuierlich in den letzten Jahren gefallen. Gleichzeitig ist aber die Lebensarbeitszeit verlängert worden. Damit ein durchschnittlicher Arbeitnehmer zumindest ansatzweise seinen Lebensstandard halten kann, müsste er heute zwischen 10% und 15% seines Bruttoeinkommens regelmäßig in seine Altersvorsorge zusätzlich investieren. Wenn aber heute schon der Monat zu lang für das vorhandene Einkommen ist, was wird dann erst in Zukunft sein ? Dies sind keine abstrakten Ängste oder Gedankenspiele – das sind unsere gesellschaftlichen Realitäten !

Wie sehen nun Lösungen aus ? Wir haben als Sozialdemokraten in der Regierungsverantwortung mit dem Mindestlohn einen wichtigen Schritt in Richtung Absicherung der schwächsten Arbeitnehmer gegen den Widerstand der Konservativen durchgesetzt. Wir müssen weiterhin dafür kämpfen, dass es keine unbegründeten Befristungen in Arbeitsverhältnissen mehr geben darf. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass die sozialen Kosten auf alle gemäß ihrer Leistungsfähigkeit verteilt werden. Es geht nicht darum Almosen zu verteilen, sondern es geht um eine gerechte Gesellschaft, mit Chancen und Verantwortung für alle. Es geht nicht darum mit dem Finger auf Schwächere zu zeigen oder sich in alten Denkstrukturen einer sich wandelnden Welt entziehen zu wollen. Wir werden nicht mit neuen Grenzen und altem Denken dieses Land nach vorne bringen. Die Welt rückt zusammen, und wenn wir es richtig machen, können wir alle davon profitieren.

Lasst uns noch heute damit beginnen ! Eine starke Demokratie braucht auch eine starke Opposition. Nutzen wir unsere Chance auf Erneuerung, öffnen wir uns neuen Ideen, diskutieren wir wieder mit den Menschen und streiten wir um die besten Lösungen. 

Herzlichst grüßt Euch Euer

Thomas Abicht

TERMINE

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Jahresabschlussfeier
17.12.2017 | Hattersheim
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20.12.2017 | Eschborn
Vorweihnachtlicher Infostand der SPD
12.01.2018 | Hattersheim-Eddersheim
Neujahrsempfang der SPD Hattersheim

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